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Appel-Trittch Ernteaktionen

2010 - das zweitschlechteste Erntejahr in 13 Jahren Appeltrittch-Herstellung

Appel-Trittch ist der naturtrübe Apfelsaft der von der Kelterei Lösch in Kooperation mit der Fördergemeinschaft Streuobst Kaiserslautern e.V. (FÖG) produziert wird. Verwendet werden ausschließlich Äpfel von heimischen, ungedüngten und ungespritzten Streuobstwiesen, die von der FÖG kontrolliert werden. Der Name für den Streuobstapfelsaft wurde im Rahmen eines Namenswettbewerbs ausgewählt und nimmt Bezug auf das pfälzische Fabeltier.

Das Appel-Trittch-Projekt basiert auf dem sogen. "Aufpreis-Modell" mit dem in Deutschland verschiedene Initiativen versuchen, diese landschaftsprägende Nutzungsform zu erhalten Das Modell funktioniert bei uns folgendermaßen:

Mit den Streuobstwiesenbewirtschaftern schließt die FÖG Liefer- und Anbauverträge, die für den Apfelsaft-Konsumenten eine streuobstwiesentypische und regionale Obsterzeugung ohne Einsatz von Dünge- oder Pflanzschutzmitteln garantieren. Der Erzeuger erhält einen Abnahmepreis, der deutlich über dem Marktpreis liegt (meist mehr als das Doppelte). Durch den höheren Preis ("Aufpreis") wird die Bewirtschaftung von Streuobstwiesen wieder attraktiver.

Nach dem Rekordjahr 2008 - es wurde der Spitzenwert von 190.000 Litern Appeltrittch erreicht -  und einem Einbruch der Produktionsmenge auf 36.000 Liter im Jahr 2009, ist 2010 die Ernte nochmals zurückgegangen. 33 Tonnen Äpfel von ebenso vielen Erzeugern ergaben lediglich 23.000 Liter Appeltrittch. Mit 14,5 € wurde wiederum fast das Doppelte des marktüblichen Preises für konventionelle Vermarktung ausgezahlt.

Über die 13 Jahre wurden zusammen bereits ca. 887.000 Liter Appel-Trittch produziert. Das Projekt besitzt auch aus weiteren Gründen Vorbildcharakter für den modernen Naturschutz. Insbesonders weil verschiedene gesellschaftliche Gruppen einen Beitrag zu der Erhaltung eines besonders schützenswerten Biotoptyps leisten:

  • Die FÖG als Organisator und bei der Kontrolle von Streuobstwiesenbewirtschaftung, Ernte, Ablieferung und Produktion.
  • Die Streuobstwiesenbewirtschafter, die die Bewirtschaftung aufrechterhalten bzw. wieder aufnehmen nicht zuletzt, weil sie rund den doppelten Preis für ihre Äpfel erzielen.
  • Die Kelterei Lösch, die für die Rohware rund den doppelten Preis zahlt, den Appel-Trittch getrennt vom konventionellen Saft produziert und ihn erfolgreich als Natur-/Naturschutzprodukt zu einem höheren Preis im Handel platziert.
  • Der Verbraucher, der bereit ist für ein besonderes Produkt (Geschmack, Erzeugungsweise, regionale Herkunft) eine höheren Preis zu zahlen. Besonders ist hervorzuheben, dass das Projekt ohne staatliche Subventionierung lediglich auf der Zusammenführung von Angebot und Nachfrage funktioniert.

Appel-Trittchmenge nach Erntejahren

Jahr Anlieferer Liefermenge (t) Trittchmenge (L)
2010 33 33 23.000
1998 18 40 30.000
1999 19 65 45.000
2000 40 97 65.000
2001 61 132 90.000
2002 68 132 90.000
2003 56 98 65.000
2004 69 173 122.000
2005 17 12 8.000
2006 40 53 37.000
2007 53 124 85.000
2008 71 275 191.000
2009 42 54 36.000