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Mittwoch, 25.04.2018
Kategorie: Pressemitteilung

Einstimmiger Kreistagsbeschluss: Landkreis Kaiserslautern möchte Mitglied der Siebenpfeiffer-Stiftung werden

Philipp Jakob Siebenpfeiffer vor der Silhouette von Homburg, Porträt gemalt von Hermann Theophil Juncker. Foto: Martin Baus

Wenn in diesem Jahr der Landkreis Kaiserslautern sein 200. Jubiläum feiert und sich seiner traditionsreichen Geschichte besinne, so sei dies auch eine Gelegenheit, Mitglied in der Siebenpfeiffer-Stiftung des benachbarten Saarpfalz-Kreises zu werden, schlug Landrat Ralf Leßmeister am 23. April dem Kreistag vor. Eine Mitgliedschaft des Landkreises Kaiserslautern in der Siebenpfeiffer-Stiftung, die dem Engagement von Philipp Jakob Siebenpfeiffer für Menschenrechte und Demokratie verpflichtet ist, würde langfristig die Stiftung und ihr politisch-pädagogisches sowie wissenschaftliches Wirken für die Demokratie stärken und hätte im Jubiläumsjahr des Landkreises Kaiserslautern nicht nur einen historischen Bezug, sondern darüber hinaus auch eine gesellschaftlich-politische Signalwirkung, betonte Ralf Leßmeister. Erklärte Absicht der Siebenpfeiffer-Stiftung ist es, Menschen, die in ihrem Engagement für eine demokratische Gesellschaft nicht selten selbst persönliche Opfer und Risiken eingingen, in Erinnerung zu rufen und ihren Einsatz in unserem Bewusstsein fest zu verankern. Unter der Federführung der Stiftung finden zu diesem Zweck eine ganze Reihe von Aktivitäten statt: Angefangen von wissenschaftlichen Kolloquien und Publikationen unterschiedlichster Art reicht die Palette der Arbeitsschwerpunkte bis hin zur Sammlung zeitgenössischer Zeugnisse aus dem Vormärz und deren musealer Aufbereitung. Die Mitglieder des Kreistags begrüßten diese Initiative und nahmen den Vorschlag einstimmig an. Landrat Leßmeister wird Dr. Theophil Gallo, seinem Amtskollegen im Saarpfalz-Kreis, den Beschluss mitteilen. Über die Mitgliedschaft wird offiziell in der nächsten Sitzung des Stiftungsvorstandes beschlossen.

Philipp Jakob Siebenpfeiffer war von 1818 bis 1830 Landcommissär von Homburg. Zu dem damaligen Landcommissariat Homburg gehörten die drei Kantone Homburg, Waldmohr und Landstuhl. Somit war Siebenpfeiffer für 33 Gemeinden des damals pfälzischen Kantons Landstuhl zuständig. Es war ihm ein großes Anliegen, die Wirtschaft zu fördern und die Infrastruktur zu verbessern etwa durch den Ausbau und Instandsetzung öffentlicher Wege und Straßen. Er hatte jedoch erkannt, dass vor allem flächendeckende Bildung die Grundvoraussetzung für bessere Lebensverhältnisse ist. So ließ er in seiner Amtszeit in allen Gemeinden seines Bezirks die schulischen Verhältnisse untersuchen und unternahm zusammen mit den Vertretern der protestantischen und katholischen Kirche große Anstrengungen zugunsten der Sanierung bestehender Schulgebäude und für den Neubau in Gemeinden, die noch über keine eigenen Schulhäuser verfügten. Sein Einsatz gegen soziale Probleme, deren Ursache er vor allem in politischen Missständen sah, ließ ihn zu einem Wegbereiter und Wortführer der oppositionellen Bewegung werden. Viele Anhänger begleiteten Philipp Jakob Siebenpfeiffer am 27. Mai 1832 beim Zug auf das Hambacher Schloss, setzten in ihren Dörfern Freiheitsbäume und schlossen sich dem energischen Protest an gegen die 1834 erlassenen Unterdrückungsmaßnahmen seitens der bayerischen Regierung und des Deutschen Bundes.

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