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Dienstag, 14.09.2021
Kategorie: Pressemitteilung

Sanierte Kreisverwaltung in Kaiserslautern erhält Klimaschutzplakette

Mit neuer Fassade geht neu konzipierte Wärme und Klimatechnik einher

Das Amtsgebäude der Kreisverwaltung Kaiserslautern wurde in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts errichtet. Es ist ein Gebäude der frühen Nachkriegsmoderne, das 1993 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Im Laufe der letzten Jahrzehnte war es in die Jahre gekommen und musste nun saniert werden. Für ein denkmalgeschütztes Gebäude eine ganz besondere Herausforderung, die der Kreis mit Bravour gemeistert hat. Das würdigte auch die Energieagentur Rheinland-Pfalz. Michael Hauer, Geschäftsführer der Landesenergieagentur, überreichte am Montag Landrat Ralf Leßmeister die Landesklimaschutzplakette H.ausgezeichnet.
In seiner Ansprache ging Herr Landrat Leßmeister auf die Herausforderungen der Sanierung ein: „Uns war es ein großes Bedürfnis, den Charakter des denkmalgeschützten Gebäudes, der das Stadtbild von Kaiserslautern prägt, aufrechtzuerhalten und trotzdem den aktuellen energetischen Anforderungen zu entsprechen bzw. diese sogar noch zu unterschreiten. Das haben die Architekten, Tragwerksplaner, und Bauphysiker hervorragend gemeistert.“ „Mit dieser Auszeichnung würdigt das Land Rheinland-Pfalz Bauherren, die bei Neubauten oder Sanierungen einen hohen Grad an Energieeffizienz für ihr Gebäude erreichen und die als Vorbild dienen“, hob Herr Hauer bei der Preisverleihung hervor.
Denkmalgerechte Fassadensanierung und originalgetreue Rekonstruktion der Fenster waren eine große Herausforderung
Das denkmalgeschützte Gebäude der Kreisverwaltung vereint zeittypische Elemente wie das oberste zurückgesetzte Pagodengeschoss, das Flugdach, die Wendefenster, die geschwungene Treppe im Eingangsbereich und die gegliederte Natursteinfassade. Da die ursprünglichen Natursteinverkleidungen aus Muschelkalk im Lauf der Jahrzehnte abgängig waren, musste die gesamte Fassade abgerissen und neu aufgebaut werden. Besonders bei der Fassadenerneuerung war die individuelle Fertigung einzelner Platten. Zur Vorbereitung wurde die alte Fassade gescannt. Jede Platte, die neu verlegt werden sollte wurde im Steinbruch vermessen, geschnitten und nummeriert, bevor sie in Kaiserslautern angeliefert wurden. Die Steinplatten bestehen aus Kelheimer Auerkalk. Sie stammen aus derselben Region bei Regensburg, wie die vor 60 Jahren verbaute Fassadenverkleidung. Auf der Oberfläche der grau-braunen Platten sind Gesteinseinschlüsse wie Korallen und Schwämme erkennbar, die der Fassade ihr typisches und (fast) originales Aussehen verleihen.
Der Tragwerksplaner ods (office for structural design) und das Architektenbüro schneider+schumacher, beide aus Frankfurt, erarbeiteten für die Fassade ein Sanierungskonzept, das ein Optimum an erzielbarer Energieeinsparung bei Berücksichtigung der denkmalpflegerischen Belange verfolgte; verbunden mit einer spürbaren Steigerung der Fassadenfunktionalität, des Raumkomforts, der Akustik und des Lärmschutzes. Die Realisierung erfolgte durch Kombination bereichsweiser Fassadenerneuerung und denkmalgerechter Ertüchtigung. Im Fokus stand dabei vor allem die Rekonstruktion der Schaufassade aus Muschelkalkplatten, der historischen Wendefenster und der filigranen Flugdächer. Der ursprüngliche Charakter des Gebäudes konnte so wiederhergestellt werden.
Die Fassade des Hauptgebäudes ist durch das strenge Raster der Fenster mit Wendeflügeln geprägt. Die Fenster waren allerdings nur noch eingeschränkt funktionsfähig und weit weg vom heutigen Stand der Technik. Die Firma Metallbau Klippel aus Binsfeld rekonstruierte die Fenster originalgetreu mit dem Stahlprofilsystem Janisol HI von Schüco Strahlsysteme Jansen. Zur viel befahrenen Lauterstraße hin erhielten die Fenster eine Schallschutzverglasung.
Mit der neuen Fassade geht eine neu konzipierte Wärme- und Klimatechnik einher. Mit einer sogenannten hinterlüfteten Fassade mit verdeckt integrierten, dezentralen Lüftungsgeräten mit Kanälen für Frisch- und Abluft, wird einerseits für ein ausgewogenes Klima in den Büros gesorgt und zum anderen eine 97-prozentige Wärmerückgewinnung realisiert.
Nun sieht das Gebäude der Kreisverwaltung in Kaiserslautern wieder aus wie neu und spiegelt den Charakter der 50er Jahr des letzten Jahrhunderts wieder. Mit der Sanierung konnte ein KfW-Effizienzhaus Denkmal Status sogar noch unterschritten werden.
Die Energieagentur Rheinland-Pfalz unterstützt als kompetenter Dienstleister Kommunen und ihre Bürger sowie Unternehmen in Rheinland-Pfalz bei der Umsetzung von Aktivitäten zur Energiewende und zum Klimaschutz. Sie wurde 2012 als Einrichtung des Landes gegründet und informiert unabhängig, produkt- sowie anbieterneutral.

Pressemitteilung der Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH www.energieagentur.rlp.de

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