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Donnerstag, 24.09.2020
Kategorie: Pressemitteilung

Seit Generationen für Geschmack und Qualität

Einen Unternehmensbesuch beim traditionellen Handwerksbetrieb „Kissel, Brot und mehr“ in Reichenbach-Steegen haben Landrat Ralf Leßmeister, Philip Pongratz, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Stadt und Landkreis Kaiserslautern (WfK), VG-Bürgermeisterin Anja Pfeiffer und Ortsbürgermeister Dirk Wagner abgestattet. Solche Firmenbesuche dienen dem Kennenlernen und der Vertiefung der Kontakte zur heimischen Wirtschaft.

1949 unter dem Namen „Bäckerei Kissel“ gegründet, 1979 zum „Backparadies Kissel“ umfirmiert, gehen die jetzigen Inhaber Petra, Paul und Ursula Carra mit einem neuen Namen als „Kissel, Brot und mehr…“ in die Zukunft. „Wir wollen die Tradition mit der Moderne verbinden und optimistisch in die Zukunft schauen“, bekräftigt die Bäckerfamilie in der dritten Generation. Wie die Großeltern und Eltern wolle man das „Bäckerhandwerk in den Geschmack umsetzen“.

Beeindruckt von den Leistungen des traditionellen Handwerksbetriebs zeigten sich die Besucher. Der Bäckerei Kissel wünsche er, dass sich „der Einsatz und das Engagement auch weiterhin in einem wertgeschätzten und verdienten Umsatz widerspiegelt“, sagte Landrat Leßmeister. Familienbetriebe wie Kissel zeigten, dass es mit Innovationsgeist sehr gute Aussichten gebe, im „Haifischbecken der Wirtschaft“ zu überleben, hob WfK-geschäftsführer Pongratz hervor. VG-Bürgermeisterin Anja Pfeiffer meinte, man könne „sehr stolz sein auf ein solches Unternehmen, dass auf Eigenproduktion und Innovation setzt“. Ortsbürgermeister Dirk Wagner sieht eine „Renaissance für das Handwerk angesichts Corona“ und Betriebe wie Kissel seien ein Aushängeschild für den Transformationsprozess.

Einen informativen Einblick in die vielfältigen Arbeitsabläufe erhielten die Besucher. „Man sieht ja, wie viele Handgriffe nötig sind, um ein Backprodukt herzustellen – das hat seinen Preis“, sagt Petra Kunz. Zusammen mit ihrem Bruder Paul Carra führt sie nun die Geschäfte, ihre Mutter Ursula Carra unterstützt tatkräftig. Petra Kunz kümmert sich um Verkauf und Marketing, Paul Carra ist seit 2016 Bäckermeister und verantwortet die Backstuben. Sie sind die dritte Generation in der Bäckerfamilie. Auch wenn die Übergangsphase schon geplant und fortgeschritten war, so hat jedoch das Schicksal seine Hand im Spiel: Erst kürzlich verstarb Vater Karl-Heinz Carra. Allseits beliebt als charismatischer und fröhlicher Mensch, bewundert als weitsichtiger und zugleich bodenständiger Familienunternehmer und geehrt als innovativer und seinem Handwerk treu verbundener Bäckermeister.

Begonnen hatte alles mit Julius Kissel, der 1949 mit seiner Ehefrau Ellen die Bäckerei in einer ehemaligen Scheune im Hof gründete, wo sie bis heute betrieben wird. Im damaligen Ladenraum dünsten heute die fertigen Brotlaiber die Restfeuchte aus. Von hier aus kommen sie über den Hof nach vorne ins Ladengeschäft oder werden auf den Brotanhänger gepackt, dann in die Filialen nach Steinwenden und Kaiserslautern verfrachtet oder auf Bauernmärkten angeboten. Und seit bereits zwölf Jahren als zeitgemäßen Service: Brotversand per Postpaket für Kunden von Flensburg bis Freiburg. Dazu gibt es Berliner, Blechkuchen, Kaffeestückchen und Konditoreiwaren. Im Sortiment sind über ein Dutzend Brotsorten, an die zehn Sorten Brötchen und eine Handvoll Plundervarianten. Eingesetzt werden 13 verschiedene Mehle – alle aus der Großregion, versichert Paul Carra, der damit die Überzeugung seines Vaters fortsetzt. „Regionale Lieferanten sind uns wichtig, Qualität und Verbundenheit zur Region stehen an oberster Stelle“, unterstreicht er. Und weiter: „Wir haben uns dem Qualitätsbewusstsein und dem wirklichen Handwerk verschrieben.“ Das ist zugleich verlässlicher Boden und Zukunftsgarantie. Auch wenn es nach wie vor wichtig bleibe, Verbraucher weiterhin aufzuklären, damit sie sich um Lebensmittel und damit Lebensqualität kümmern. Dass das heutzutage nicht leicht ist, beklagen die Carras etwas und schlagen vor, dass Kindergärten und Grundschulen zum Beispiel ihren Wandertag zu ihnen in die Backstube machen könnten.

Derzeit sind 17 Mitarbeiter, darunter zwei Azubis bei Kissel beschäftigt. Seit vielen Jahren erstmals wieder hat ein Auszubildender eine Lehre im kaufmännischen Bereich aufgenommen. Arbeit schafft Integration – so hat ein ursprünglich aus Eritrea stammender junger Mann jetzt seine Bäckerlehre bei Carras begonnen. Ein Auge haben die Firmenchefs auf die Gesundheit ihrer Mitarbeiter, so kommt in regelmäßigen Abständen ein Physiotherapeut in das Unternehmen, um die Mitarbeiter auf Firmenkosten zu behandeln.

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