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Appel-Trittch Ernteaktionen

2019 – Totalausfall

Nach dem Rekordjahr 2018 (zweithöchste Erntemenge seit Projektbeginn) mussten wir 2019 leider einen Totalausfall verkraften. Typisch für die ohnehin zur Alternanz neigenden Streuobstbäume ist eine schwache Blüten- und Fruchtausbildung nach einem starken Apfelbehang im Vorjahr. Dies ist sicher ein Teil der Erklärung. Die andere Ursache für den weitgehenden Ernteausfall bildet wohl die Kälte im Frühjahr und die Trockenheit im Sommer. Die ca. 2000 kg von FÖG-Erzeugern abgelieferten Streuobstäpfel reichten für eine Appeltrittch-Produktion nicht aus, weshalb es keinen Appeltrittch-Jahrgang 2019 gibt.

Appel-Trittch ist der naturtrübe Apfelsaft der von der Kelterei Lösch in Kooperation mit der Fördergemeinschaft Streuobst Pfalz e.V. (FÖG) produziert wird. Verwendet werden ausschließlich Äpfel von heimischen, ungedüngten und ungespritzten Streuobstwiesen, die von der FÖG kontrolliert werden. Der Name für den Streuobstapfelsaft wurde im Rahmen eines Namenswettbewerbs ausgewählt und nimmt Bezug auf das pfälzische Fabeltier.

Das Appel-Trittch-Projekt basiert auf dem sogen. "Aufpreis-Modell" mit dem in Deutschland verschiedene Initiativen versuchen, diese landschaftsprägende Nutzungsform zu erhalten. Das Modell funktioniert bei uns folgendermaßen:

Mit den Streuobstwiesenbewirtschaftern schließt die FÖG Liefer- und Anbauverträge, die für den Apfelsaft-Konsumenten eine streuobstwiesentypische und regionale Obsterzeugung ohne Einsatz von Dünge- oder Pflanzschutzmitteln garantieren. Der Erzeuger erhält einen Abnahmepreis, der deutlich über dem Marktpreis liegt (meist etwa das Doppelte). Durch den höheren Preis ("Aufpreis") wird die Bewirtschaftung von Streuobstwiesen wieder attraktiver.

Das Projekt besitzt Vorbildcharakter für den modernen Naturschutz. Insbesondere, weil verschiedene gesellschaftliche Gruppen einen Beitrag zu der Erhaltung eines besonders schützenswerten Biotoptyps leisten:

  • Die FÖG als Organisator und bei der Kontrolle von Streuobstwiesenbewirtschaftung, Ernte, Ablieferung und Produktion.
  • Die Streuobstwiesenbewirtschafter, die die Bewirtschaftung aufrechterhalten bzw. wieder aufnehmen, tun dies nicht zuletzt, weil sie einen deutlichen Aufpreis für ihre Äpfel erzielen.
  • Die Kelterei Lösch, die für die Rohware rund den doppelten Preis zahlt, den Appel-Trittch getrennt vom konventionellen Saft produziert und ihn erfolgreich als Natur-/Naturschutzprodukt zu einem höheren Preis im Handel platziert.
  • Der Verbraucher, der bereit ist für ein besonderes Produkt (Geschmack, Erzeugungsweise, regionale Herkunft) eine höheren Preis zu zahlen. Besonders ist hervorzuheben, dass das Projekt ohne staatliche Subventionierung lediglich auf der Zusammenführung von Angebot und Nachfrage funktioniert.

Appel-Trittchmenge nach Erntejahren

Jahr Anlieferer Liefermenge (t) Trittchmenge (L)
1998 18 40 30.000
2019 0 0 0
2018 60 191 133.000
2017 32 38,5 26.500
2016 30 62 44.000
2015 48 163 115.000
2014 29 98 68.000
2013 40 93 65.000
2012 24 49 34.000
2011 39 114 80.000
2010 33 33 23.000
2009 42 54 36.000
2008 71 275 191.000
2007 53 124 85.000
2006 40 53 37.000
2005 17 12 8.000
2004 69 173 122.000
2003 56 98 65.000
2002 68 132 90.000
2001 61 132 90.000
2000 40 97 65.000
1999 19 65 45.000