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Alte und Junge Riesen: Ein Integrationsprojekt der besonderen Art im Landkreis Kaiserslautern

Umweltpädagogisch sind alte Bäume und ihre Nachkommen ein sehr interessantes Thema. Darum haben wir die beiden Förderschulen des Landkreises, die Hans-Zulliger-Schule in Enkenbach-Alsenborn und die Jakob-Weber-Schule in Landstuhl eingeladen, sich an dem Projekt „Junge Riesen“ zu beteiligen und es gerade mit Schülern mit Migrationshintergrund aufzuarbeiten. Die Idee ist auch allen Kindern und Jugendlichen, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, den hohen Stellenwert des Naturschutzes in unserer Gesellschaft nahezubringen und auf die Bedeutung einer intakten Natur für unser Klima und unsere Gesundheit hinzuweisen. Unterstützt wird dieses Integrationsprojekt vom Förderverein der Kreisvolkshochschule.

Die beiden Schulen haben die Idee sofort aufgegriffen, indem sie das Thema zunächst im Kunstunterricht bearbeiteten. So entstand eine Reihe von Schülerbildern. Die beiden folgenden wurden von den Schülern selbst zur Darstellung der Unterrichts-Ergebnisse ausgewählt.

Nach Auskunft der beiden Schulleiterinnen ist die Resonanz für das Thema „Alte und Junge Riesen im Landkreis Kaiserslautern“ sowohl bei Schülern als auch im Kollegium außerordentlich gut. Beide Schulen werden es daher im Rahmen von Projekttagen nochmals vertiefen.

Ferner ist geplant, dass beide Schulen eine Patenschaft für einen Jungen Riesen übernehmen, der von ihrem alten Riesen abstammt. In der Jakob-Weber-Schule soll dazu eine junge Kapellenlinde im Schulgarten gepflanzt werden.

Weitere Bilder, die im Rahmen der Schulprojekte entstanden sind, sollen bei der Pflanzaktion am 6.4.2019 sowie in den jeweiligen Rathäusern gezeigt werden.

Bild der Jakob-Weber-Schule vom Alten Riesen „Kapellenlinden"
Kapellenlinde in Landstuhl

Schülerbild vom Alten Riesen „Kapellenlinden“ (JR 417), in Landstuhl

Dazu die Schulleiterin Frau Andrea Schmitt: "Das Bild ist ein Gemeinschaftsprojekt unserer Schule".

Schüler der 8. Klasse zeichneten die Kapelle und den Baumstamm der Kapellenlinde, nachdem sie dort vor Ort gewesen waren. Da sich die Kapelle sehr nah bei der Jakob-Weber-Schule befindet, ist sie bei all unseren Schülern bekannt und in einem Unterrichtsgang problemlos zu erreichen.

Aus den Schülerarbeiten der 8. Klasse wurde in demokratischer Abstimmung die Arbeit ausgewählt, die nun auf dem Bild zu sehen ist. Anschließend wurde das Bild von allen Schülerinnen und Schülern unserer Schule fertiggestellt, indem jeder mit einem Fingerabdruck ein Blatt der Kapellenlinde darstellte. So wird zum einen die Individualität und Einzigartigkeit unserer Schüler durch den Fingerabdruck deutlich, zum anderen aber auch das gemeinsame Leben und Arbeiten in unserer Schulgemeinschaft. Gerade beim Thema Junge Riesen und dem Schutz der Natur geht es ja auch darum, sich gemeinsam für die Natur einzusetzen.“

Bild der Hans-Zulliger-Schule vom Alten Riesen „Friedhofslinde“, Enkenbach
Friedhofslinde, Enkenbach - Foto Atelier Scheib

Schülerbild vom Alten Riesen „Friedhofslinde“ (JR 404), in Enkenbach

Hier haben die Schüler das Bild von Miguel Angelo Monteiro-Fernandes, aus der Klassenstufe 6 ausgewählt. Der Schüler hat es folgendermaßen betitelt: „Das warme Leuchten der Friedhofslinde in der kalten Jahreszeit“.

Die Schulleiterin Frau Silke Steig-Flick zu dem Kunstprojekt: Am Mittwoch, den 09.01.19 machte ich mich mit den Kindern der Klasse 6/7 und zwei Kollegen auf den Weg zur Friedhofslinde. Die Kinder bekamen ein Foto der Friedhofslinde (Aufnahme aus dem Sommer). Dieses haben wir im Vorfeld besprochen und einige charakteristische Erkennungsmerkmale erarbeitet.

Die Schüler hatten dann den Auftrag, diesen imposanten Baum (allerdings jetzt im „Winterkleid“, an diesem Tag lag auch wirklich Schnee) auf dem Friedhof zu finden und zu erkennen. Das war nicht schwierig für die Kinder. Die Größe des Baumes war für die Kinder schon sehr beeindruckend. Ein Schüler, der schon öfters auch am Friedhof vorbeigelaufen sei, habe zu seiner eigenen Überraschung diesen Baum noch nie bemerkt. Die Kinder haben sich dann weiter den Auftrag gegeben, die Perspektive des Beispielfotos zu suchen. Nach einiger Zeit haben sie die Position des Fotografen auch gefunden.

Bei der anschließenden gemeinsamen genauen Betrachtung des Baumes ist den Kinder die spezifische Gabelung des Baumes aufgefallen, die man auf dem „Sommerfoto“ gar nicht erkannt hatte. Als dann kurz die Sonne aus den Wolken kam, bemerkte eine Schülerin an, dass der Baum jetzt irgendwie leuchten würde. Die Kinder stimmten zu und erklärten, dass der Baum irgendwie „warm und freundlich“ wirkte und um ihn herum sei alles kalt. Wir haben diesen Moment auch in einem Foto festgehalten. Das uns später als Malgrundlage diente.

Weiter wurde geschätzt wie groß und dick der Baum wohl sei. Die Kinder hatten dann die Idee, um den Baum eine Kinderkette zu bilden. Wir brauchten 12 Kinder um eine „Menschenkette“ um den Baum zu bilden.

In der nächsten Kunststunde haben wir uns das spezielle Foto (warm-kalt Kontrast) noch einmal angesehen und gemeinsam überlegt, wie wir das gestalten können. Die Kinder sind mit dem Farbkreis (kalt und warme Farben) vertraut und so war der Arbeitsauftrag schnell klar „Das warme Leuchten der Friedhofslinde in der kalten Jahreszeit“. Um die Farbsättigung, die Farbkontraste und die Übergänge leichter darzustellen, haben die Kinder mit Pastellkreide gearbeitet.“