Am Donnerstag, 28. August, war Landrat Ralf Leßmeister im Rahmen seiner Reihe „Landrat macht Schule“ an der IGS Otterberg zu Gast. Schulleiterin Claudia Kirch und Schulsozialarbeiterin Manuela Gorickic-Bier begrüßten zusammen mit rund 80 Schülerinnen und Schülern aus drei zehnten Klassen den Landrat in der Aula. Leßmeister ist damit zum dritten Mal mit seinem Vortrag an der Schule vertreten.
Bereits zu Beginn gab es begeisterten Applaus: Die Schülerinnen und Schüler stellten zahlreiche spannende Fragen, woraufhin Leßmeister ihnen Mut machte: „Ihr alle könnt Landrat werden.“ Er wolle mit seinem Format das Interesse für Politik, ehrenamtliches Engagement und Demokratieverständnis wecken und dafür werben, dass möglichst viele künftig Einfluss nehmen und sich für die Allgemeinheit engagieren können.
Der Vortrag begann mit der aktuellen Entwicklung für junge Menschen, insbesondere dem Thema Bundeswehr, Musterung und Wehrdienst – Bereiche, in denen Leßmeister selbst Erfahrungen hat. Dann zog er einen großen Bogen von der NATO und der Europäischen Union zu deren Entwicklung in den letzten Jahren, einschließlich der Erweiterungen im Osten Europas und der möglichen Beitritte, zum Beispiel der Ukraine. Die Klasse beeindruckte ihn besonders, als sie die gezeigten Flaggen der EU-Mitgliedstaaten alle ausnahmslos kannten; Leßmeister lobte sie als „die Besten aller bisherigen Klassen“.
Im weiteren Verlauf erläuterte der Landrat den politischen Aufbau unserer Republik. Er betonte die Bedeutung freiheitlich-demokratischer Grundsätze, erinnerte daran, dass er sich einen weiteren Weltkrieg keine Wiederholung wünscht, und hob hervor, wie wichtig gute Lebensverhältnisse für alle sind, damit Unzufriedenheit gar nicht erst entsteht.
In einer anschließenden Fragerunde erläuterte der Landrat Bund-Länder-Kommunen-Strukturen, Gewaltenteilung, den Aufbau von Rheinland-Pfalz sowie die Funktionen von kreisfreien Städten und Landkreisen. Die Schülerinnen und Schüler fragten unter anderem, wie der Landkreis strukturiert ist, wie der Landrat gewählt wird und wie der Kreistag zusammengesetzt ist. Zur Frage, was einen Landrat als Kandidat auszeichnen müsse, nannten die Schülerinnen und Schüler Selbstbewusstsein, gute Laune, Teamfähigkeit und Kommunikationsstärke – woraufhin Leßmeister nochmals betonte, dass unabhängig von diesen persönlichen Voraussetzungen grundsätzlich jeder Landrat werden könne.
Zum Abschluss nutzten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, dem Landrat weitere Fragen zu stellen, zum Beispiel zu seinem Auto, Migration, dem Schulsystem – u. a. zum Handyverbot an Schulen, dem Verhältnis zu strengen Lehrern oder dem Glasfaserausbau. Die Antworten ließen keinen Wunsch offen. Auf die Frage, was ihm am meisten Spaß mache, antwortete Leßmeister: Jeder Tag sei anders und spannend – mit neuen Aufgaben und Herausforderungen, allerdings auch mit wenig frei verfügbarer Zeit.
„Ihr habt es zukünftig in der Hand, die Geschicke dieses Landes und unserer Region mitzubestimmen und euch zu engagieren“, resümierte Leßmeister. Er dankte den Schülerinnen und Schülern und allen Lehrkräften für ihr Engagement und die aktiven Beiträge bzw. die Vorbereitung.
29. August 2025