„Schulabsentismus begegnen – aber wie?!“. Dieser wichtigen Frage ging ein Arbeitskreis mit 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Großen Sitzungssaal der Kreisverwaltung Kaiserslautern nach, um eine wirkungsvolle Handlungsempfehlung zu erhalten.
„Kein Kind bleibt ohne Grund zuhause“, stellte Kreisbeigeordneter Peter Schmidt in seiner Begrüßungsrede fest. Wenn junge Menschen über längere Zeit der Schule fernbleiben, stecken dahinter sehr vielfältige Ursachen. Für eine erfolgreiche Rückkehr in schulische oder alternative Bildungsangebote braucht es passgenaue, beziehungsorientierte Unterstützung. „Wir wollen aus unseren Schulen Lebens- und Wohlfühlorte machen“, sagte Schmidt.
Zum Austausch waren Fachkräfte aus den verschiedensten Professionen der Sozialen Arbeit gekommen. Im Podium begrüßt wurden Loredana Marioneck vom Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD), zuständig für das Schulverweigererprojekt, Volker Dittmann aus dem Kinder- und Jugend-Therapie Zentrum Kaiserslautern, Susen Heinrich, Schulleiterin der Realschule plus Weilerbach, Katharina Haselbach, Schulpsychologin aus dem Schulpsychologisches Beratungszentrum Kaiserslautern, Alexandra Dahl, Mitarbeiterin des Allgemeinen Sozialen Dienstes des Jugendamtes Kreis Kaiserslautern, sowie Lisa Hartmann und Roland Kummetz, Schulsozialarbeitende einer Grundschule und der BBS Landstuhl.
Petra Brenk, Kreisjugendpflegerin der Kreisverwaltung Kaiserslautern, erinnerte an eine Umfrage aus dem Jahr 2006, ob Schulverweigerung ein Thema im Landkreis wäre, was alle damaligen Schulsozialarbeitenden eindeutig verneinten. Die seltenen Fälle damals waren fast ausschließlich mit einer pubertären Unlust zu verzeichnen. Das Bild hat sich seither enorm gewandelt und bereits in Kindertagesstätten sind schon Ansätze von Absentismus mit vielfältigsten Hintergründen erkennbar.
Die Leiterin des Gesundheitsamtes der Kreisverwaltung Kaiserslautern, Sigrid Katschinski, stellte die Voraussetzungen, den Ablauf als auch die Grenzen einer Schulfähigkeitsuntersuchung dar. Kai Wiehn, Leiter des Ordnungsamtes der Verbandsgemeinde Weilerbach, erklärte den Themenbereich der Zuführung und wies auch hier auf die Grenzen der Umsetzung und der Wirksamkeit hin.
In den Fragen und Arbeitsgruppen wurde eruiert: Was sind die Ursachen? Was brauchen Kinder und Jugendliche? Was brauchen die Eltern? Was war hilfreich?
Das Ergebnis der Diskussion war, dass es „den“ Schulabsentismus nicht gibt, sondern am Anfang die Erforschung der Ursachen steht: Ängste oder andere psychische Ursachen, Unlust, familiäre Hintergründe, Erziehung. Wichtig wird von allen Podiumsteilnehmenden gesehen, dass ein Zusammenwirken folgender Impulse zielführend ist: Beziehung und Begleitung, Zeit, die Zusammenarbeit im Netzwerk, Fortbildung für Fach- und Lehrkräfte, Struktur im Verlauf, Flexibilität als auch Grenzen, eine gute Atmosphäre, Reflexion über bestehende Strukturen im Setting Schule und vor allem Mut für neue Wege.
26. Februar 2026